Früherer Olympionike Manfred Schumann will Robert-Enke-Stiftung helfen

Nein, nein, um die sportliche Vergangenheit soll es nicht gehen. Vielmehr will Manfred Schumann das Augenmerk auf das soziale Engagement lenken. Das ist für ihn wichtig, nicht die Erfolge der Vergangenheit.

Wunstorf. Und doch ist das eine ohne das andere nicht denkbar. Jedenfalls nicht in der vorbildlichen Weise, in der Schumann sich einsetzt, um der Robert-Enke-Stiftung zu helfen - und damit krebskranken Kindern. Schumann sitzt entspannt in seinem Sessel im neuen Zuhause in Kolenfeld. Vor drei Monaten hat er sich wieder in seiner alten Heimat niedergelassen. Ein Kolenfelder Urgestein, so nennt er sich. Seinen Namen bei etwas älteren Mitgliedern des TuS Wunstorf erwähnen, bedeutet: Es geht los mit Erinnerungen. Erinnerungen an einen, der es sportlich zu etwas gebracht hat; der Leichtathlet mit vielen Titeln, der es 1972 bis zur Olympia in München schaffte. Und der dann noch Bobfahrer wurde, weil er den Bobfahrern aufgrund seiner Schnelligkeit so gut beim Anschieben helfen konnte. So kam Schumann auch zur Winterolympiade. Zwei olympische Medaillen brachte er mit nach Hause. 1979 beendete er seine aktive Sportkarriere, damals riss zum vierten Mal eine Achillessehne.

Aber dem Sport blieb er treu. Er begründete Emadeus mit, ein Zusammenschluss ehemaliger Mitglieder der deutschen Sporthilfe. „Sport ist ein irres Netzwerk“, sagt der heute 61-Jährige. So hat er unendlich viele Kontakte. Die nutzt er nun wieder, um zu helfen.

In Minden ist er am Wochenende dabei, wenn dort das Weserspuckerturnier läuft. Das ist ein Hallenfußballturnier für Traditionsmannschaften. Mit dabei sind unter anderem Teams des 1. FC St. Pauli, von Borussia Dortmund, von Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Nürnberg und Hannover 96. Ob er nicht einen Beitrag für ein Einlagespiel organisieren könne, so waren die Veranstalter an Schumann herangetreten.

Der konnte, natürlich. Und so spielt am Sonnabend, 12. Januar, in Minden die Nationalmannschaft der Fußballer mit intellektueller Beeinträchtigung in der Kampa-Halle gegen ehemalige Bundesliga-Profis. Und auch für das Abspielen der Nationalhymne hat Schumann sich etwas einfallen lassen: Das dürfen Alina Petersen, Violine, Leoni Rath, Violine, Miriam Göbel, Cello, und Anna Parler, Viola übernehmen. Die vier Schülerinnen der Wunstorfer Musikschule spielen dann vor weit mehr als 3000 Zuhörern.

Zudem werden während des Turniers von Bundesliga-Trikots von Vereinen wie Borussia Dortmund, Hannover 96 und Mainz 05 mit Unterschriften aktueller Spieler versteigert. Auch haben einige Bundesligisten Fußbälle und Wimpel mit Autogrammen bereitgestellt.

Von Albert Tugendheim